| von Clemens Hacker
Mit Mut zum Lernen und starker Gemeinschaft: Freiherr-vom-Stein-Schule heißt 176 neue Fünftklässler herzlich willkommen
Mit einer feierlichen und abwechslungsreichen Einschulungsfeier hat die Freiherr-vom-Stein-Schule Fulda am Dienstag, den 11. August 2026, ihre neuen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler in der Schulfamilie willkommen geheißen. In der voll besetzten Aula erlebten die neuen Sextaner gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrkräften einen stimmungsvollen Auftakt in ihren neuen Lebens- und Lernabschnitt.
Musikalische Eröffnung und weltoffene Begrüßung
Schon zu Beginn schuf das Schulorchester unter der Leitung von Frau Müller-Mohr mit dem Musikstück „Best of the West“ eine beschwingte und feierliche Atmosphäre. Wie vielfältig und international das Schulleben an der Freiherr-vom-Stein-Schule als zertifizierter Europaschule gestaltet ist, bewiesen im Anschluss Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8: Sie hießen die Neulinge in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Latein herzlich willkommen.
Mut zu Fehlern und echte Begegnungen: Die Rede des Schulleiters
In seiner Begrüßungsansprache griff Schulleiter Dr. Ulf Brüdigam die spürbare Aufregung im Saal auf und gab den neuen Schülerinnen und Schülern ermutigende Worte mit auf den Weg. Er berichtete von einer Sommerferien-Radtour von Kopenhagen nach Oslo und seinem Besuch im dortigen „FLOP-Museum“. Dort werden gescheiterte Ideen und Produkte bekannter Weltkonzerne wie farblose Cola oder gelber Ketchup ausgestellt – Produkte, aus deren Fehlern die Entwickler intensiv gelernt haben. Dabei betonte der Schulleiter, dass Perfektion überschätzt wird und Fehler wichtige Lernchancen bieten, solange man ihnen auf den Grund geht, analysiert und daraus lernt. Die Freiherr-vom-Stein-Schule stelle dafür die besten Möglichkeiten bereit, denn sie sei ein Ort der echten Begegnungen. Freundschaften und Gemeinschaft entstünden nicht in Social Media oder bei Videospielen, sondern im Miteinander vor Ort – in der Klasse, auf dem Schulhof und im Unterricht. Auch müssten die neuen Schülerinnen und Schüler keine Angst vor den neuen Herausforderungen haben, denn niemand sei auf diesem Weg allein: Neben den Fach- und Klassenlehrkräften stehen den Fünftklässlern Mentoren aus den neunten Klassen sowie eine wöchentliche Klassenleiterstunde und die bevorstehenden Kennlerntage in der Rhön zur Seite. Als traditionelle erste Aufgabe wurden die Fünftklässler damit beauftragt, einen persönlichen Brief an ihr zukünftiges Ich im Jahr 2035 zu schreiben. Dieser wird in einer Zeitkapsel verwahrt und den Schülerinnen und Schülern passend zu ihren Abiturzeugnissen im Jahr 2035 überreicht.
Mehr als nur Unterricht: Eltern- und Schülervertreter stellen sich vor
Sowohl der Elternvertreter Rochus Wolff als auch Schulsprecherin Mathilda Mehlhorn gaben den Neulingen inspirierende Worte und beste Wünsche für die bevorstehende Schulzeit mit auf den Weg. Rochus Wolff wünschte gleich zu Beginn seiner Rede allen, dass sie sich schon bald in der Schule zuhause fühlen. Niemand müsse Angst oder Unsicherheit verspüren, denn man könne den Mentoren sowie allen Mitschülern und Lehrkräften vertrauen, dass sie die Neuankömmlinge unterstützen und jederzeit für Nachfragen offen sind. In seiner Funktion richtete er sich anschließend besonders an die Eltern und betonte ihre Funktion für das Gelingen schulischer Bildung. Sie sollten ihre Kinder dabei unterstützen, ihre Fähigkeiten zu entfalten, und Bildung als Mittel auffassen, die Welt besser zu verstehen und Teil einer Gemeinschaft zu werden. Schule und die darin Angestellten sollten dabei nicht als Dienstleister missverstanden, sondern als Partner auf Augenhöhe verstanden werden. Nur im Zusammenspiel von Lehrkräften und Eltern sei es möglich, dass die Schülerinnen und Schüler ihr volles Potenzial entfalten und der schulische Betrieb sinnvoll und nachhaltig weiterentwickelt werden kann. Rochus Wolf ermutigte die Eltern abschließend dazu, selbst Verantwortung in den schulischen Gremien zu übernehmen und somit die Zeit bis zum Abitur ihrer Kinder zu nutzen, um neue Erfahrungen zu sammeln.
Auch die Schulsprecherin, Mathilda Mehlhorn, begrüßte die Neuankömmlinge in ihrer Rede. Sie verglich dabei den Start an einer neuen Schule mit dem Warten auf einen Zug an einem Bahnhof: Jeder der neuen Sextaner wisse ungefähr, wohin die Reise geht, nur noch nicht, was einen genau erwartet. Mathilda Mehlhorn hob dabei hervor, dass das Vorhandensein und die Mitarbeit an einer Schülervertretung für viele der ehemaligen Grundschüler neu seien. Auch sie betonte: Niemand müsse sich vor den Neuerungen sowie den vielen Eindrücken der ersten Tage fürchten. Trotz der Größe der Schule sowie der vielen Herausforderungen werde man sich schon sehr bald nicht mehr fremd fühlen, sondern täglich bekannten Gesichtern begegnen. Die neuen Fünftklässler sollten dabei nie vergessen, dass Schule mehr als Noten und Unterricht sei, sondern vor allem ein Ort der Begegnung. Sie sollten alle neugierig bleiben und ihre Gefühle von heute bewahren und die Vorfreude auf Neues auch in den kommenden Jahren aufrechterhalten. Abschließend erklärte sie, dass jeder und jede sich jederzeit selbstbestimmt mit Ideen zur Verschönerung und Verbesserung der Schule einbringen könne, und wünschte allen, dass sie eines Tages sagen: „Gut, dass ich in den Zug gestiegen bin!“
Abwechslungsreiches Programm der Schulgemeinde
Im Verlauf der Veranstaltung erhielten die Anwesenden bereits einen Vorgeschmack auf die Vielfalt an Entfaltungsmöglichkeiten der Freiherr-vom-Stein-Schule. Das bunte Rahmenprogramm zeigte die ganze Bandbreite des schaffensfrohen Schullebens: Neben den Beiträgen des Blasorchesters begeisterte die Chorklasse 6 unter Leitung von Frau Muhl das Publikum mit den Liedern „Wunderfinder“ und „Farben sind für alle da“. Eine Akrobatik-Vorführung (betreut von Frau Intressalvi und Frau Lüdicke) sowie ein Beitrag des Kurses für Darstellendes Spiel (Herr Manderscheid) unter dem Titel „Majas erster Schultag“ sorgten für viel Beifall.
Erste Schritte in den neuen Klassen
Gegen 10:20 Uhr folgte schließlich der spannendste Moment des Tages: Die Vorstellung der Klassenleitungen sowie die Einteilung der neuen Klassen. Gemeinsam gingen die Fünftklässler in ihre neuen Klassenräume, um sich in den ersten beiden Tagen beim Klassenlehrerunterricht besser kennenzulernen und einzuleben.
In einem anschließenden Appell wandte sich der Schulleiter direkt an die Elternschaft. Unter Berufung auf den Neurobiologen Gerald Hüther ermutigte er die Eltern dazu, den Kindern auch einmal „Steine in den Weg zu legen“: Kinder wachsen nicht dadurch, dass alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, sondern indem sie lernen, Herausforderungen eigenständig zu bewältigen. Er bat die Eltern um Vertrauen, Gelassenheit und eine verlässliche Kooperation mit der Schule, um die Selbstständigkeit und soziale Kompetenz der Kinder nachhaltig zu stärken.
Während die Kinder ihre ersten Stunden im Klassenverband verbrachten, wandelte sich der Pausenbereich zum Ort des Austauschs: Die Eltern der 6. Klassen luden im Elterncafé in der Mensa zu Kaffee, Kuchen und ersten Gesprächen ein.
Gemeinsam Großes wachsen lassen
Die gesamte Schulgemeinde der Freiherr-vom-Stein-Schule heißt ihre neuen Mitschülerinnen und Mitschüler ganz herzlich willkommen und wünscht einen erfolgreichen Start in die Gymnasialzeit! Ein neuer Abschnitt liegt vor euch – vollgepackt mit unbekannten Fächern, neuen Freundschaften, spannenden Entdeckungen und sicherlich auch der einen oder anderen Herausforderung. Habt Mut, seid neugierig und scheut euch nicht davor, Fragen zu stellen oder Fehler zu machen. Ihr kommt nicht an unsere Schule, weil ihr schon alles können müsst, sondern um Schritt für Schritt gemeinsam zu wachsen. Eure Mitschülerinnen und Mitschüler, eure Lehrerinnen und Lehrer sowie eure Paten aus den höheren Klassen stehen an eurer Seite, um diesen Weg gemeinsam mit euch zu gehen. Ihr seid ab heute ein fester Teil unserer bunten Schulfamilie!
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