| von Dr. Peter Mergler
Europa lebt von Begegnung: Besuch aus Brünn an der Stein-Schule
Gemeinsam lernen, neue Perspektiven entdecken und Europa im Alltag erleben: Vom 9. bis 15. September 2026 waren 14 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Matyáše Lercha aus Brünn zu Gast an der Freiherr-vom-Stein-Schule. Im Rahmen des Erasmus+-Programms verband der Aufenthalt Begegnungen im Schulalltag mit Einblicken in Kultur, Geschichte und Natur der Region.
Vierzehn Gäste aus Brünn
Gemeinsam lernen, neue Perspektiven entdecken und Europa im Alltag erleben: Vom 9. bis zum 15. September 2026 waren 14 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Matyáše Lercha aus Brünn in Tschechien zu Gast an der Freiherr-vom-Stein-Schule Fulda. Begleitet wurden sie von ihren Lehrerinnen Marcela Baráková Christová und Petra Tesařová. Im Rahmen des Erasmus+-Programms verband der Aufenthalt Begegnungen im Schulalltag mit Einblicken in Kultur, Geschichte und Natur der Region.
Wer den Besuch möglich gemacht hat
Am 10. September hießen Schulleiter Dr. Ulf Brüdigam und Fachbereichsleiter Dr. Peter Mergler die Gäste an unserer Schule willkommen. Als Hauptansprechpartner und Mitorganisator auf schulischer Seite begleitete Oskar Holzinger den Besuch. Tatkräftige Unterstützung erhielt er von der Lehrerin Tanja Besche, die selbst am Gymnasium Matyáše Lercha unterrichtet und dort unter anderem deutschsprachige Debattierwettbewerbe sowie interkulturelle Projekte begleitet hatte. Ihre Erfahrungen und persönlichen Kontakte brachte sie in die Organisation und Durchführung des Aufenthalts ein.
Europaschule heißt: Europa wird erfahrbar
Als Europaschule legt die Freiherr-vom-Stein-Schule besonderen Wert auf europäische Kooperationen. Der Besuch machte diesen Anspruch unmittelbar erfahrbar: Junge Menschen aus beiden Ländern lernten gemeinsam, tauschten sich aus und entdeckten Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Lebenswelten. So erhielten Offenheit, gegenseitiger Respekt und Verständigung über Ländergrenzen hinweg eine ganz persönliche Bedeutung.
Gemeinsam im Unterricht der zehnten Klassen
Besonders anschaulich wurde der Austausch bei der Teilnahme am Unterricht. Am Donnerstag, dem 10. September, und am Montag, dem 14. September, besuchten jeweils drei bis vier tschechische Jugendliche den laufenden Unterricht ausgewählter Klassen der Jahrgangsstufe 10. Rayana Chawakh, Svea Klimke, Johanna Lomb und Jakob Spielvogel begleiteten ihre Gäste an diesen Tagen dankenswerterweise mit viel Engagement.
Noten bis sechs, kurze Pausen, keine Hausschuhe
Die Gäste beobachteten den deutschen Schulalltag aufmerksam. Dabei fiel ihnen manches auf, das für unsere Schülerinnen und Schüler selbstverständlich erscheint. Magdalena, 16 Jahre, beschrieb Unterschiede bei der Bewertung und der Beteiligung am Unterricht: „Es gibt Noten von 1 bis 6, bei uns nur bis 5. Die Schüler sind mündlich viel aktiver, weil die Mitarbeit auch bewertet wird. Das ist bei uns anders." Viktor, ebenfalls 16 Jahre, richtete seinen Blick auf den Tagesablauf und die Unterrichtsgestaltung: „Die Pausen zwischen den Stunden sind kürzer, in den großen Pausen müssen die Schüler nach draußen. Der Lehrer erklärt den Stoff außerdem sehr detailliert." Sofie bemerkte: „Die Schüler müssen mehr Hausaufgaben machen. Durch das Handyverbot sprechen die Schüler mehr miteinander." Und Justýna brachte eine weitere Alltagsbeobachtung auf den Punkt: „Die Schüler tragen in der Schule keine Hausschuhe." Gerade solche Eindrücke boten Gesprächsanlässe und machten deutlich, wie bereichernd der Blick von außen auf die eigene Schule sein kann.
Empfang im Rathaus und ein Gang durch die Stadt
Auch außerhalb des Klassenzimmers bot das Programm vielfältige Lerngelegenheiten. Am 10. September empfing Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld die Gruppe. Eine anschließende Stadtführung eröffnete Einblicke in Fuldas Geschichte und Stadtbild.
Point Alpha: die Teilung Europas als Lernort
Am Freitag, dem 11. September, stand der Besuch der Gedenkstätte Point Alpha im Mittelpunkt. Eine Führung und ein mehrstündiger Workshop mit einer Mitarbeiterin der Gedenkstätte ermöglichten eine intensive Auseinandersetzung mit dem Kalten Krieg und der früheren Teilung Europas. Für die deutsch-tschechische Begegnung war dies ein besonders passender Lernort: Hier wurden die Bedeutung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten sowie die Voraussetzungen eines friedlichen Zusammenlebens in Europa greifbar.
Rhön, Gastfamilien und ein Escape Room
Am Samstag führte eine Exkursion auf die Wasserkuppe; anschließend wanderte die Gruppe nach Gersfeld. Damit lernten die Jugendlichen auch die Landschaft und den Naturreichtum der Rhön kennen. Den Sonntag verbrachten sie in ihren Gastfamilien, wo sich weitere Gelegenheiten für persönliche Gespräche, gemeinsame Unternehmungen und das Kennenlernen des Alltags boten. Ein gemeinsamer Besuch im Escape Room am Montagnachmittag ergänzte das Programm und stellte Zusammenarbeit, Kommunikation und gemeinsames Problemlösen in den Mittelpunkt.
Dank an alle Beteiligten
Wir danken den begleitenden Lehrerinnen Marcela Baráková Christová und Petra Tesařová sowie Oskar Holzinger und Tanja Besche für ihren engagierten Einsatz. Unser Dank gilt ebenso den beteiligten Schülerinnen und Schülern, den Gastfamilien und allen weiteren Mitwirkenden, die diesen Besuch ermöglichten. Die Begegnung mit der Gruppe aus Brünn bereicherte unser Schulleben und zeigte, was europäische Kooperation an einer Europaschule bewirken kann: Sie bringt Menschen zusammen, eröffnet neue Perspektiven und stärkt das gegenseitige Verständnis.







